Du und deine Stimme. Mehr brauchst du nicht, um Menschen von deiner Idee zu begeistern. Ingrid Amon, eine der bekanntesten Stimmen Österreichs, verrät, wie du deiner Stimme den richtigen Klang verleihst.

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Du atmest tief ein, dann langsam aus. Spürst wie das Scheinwerferlicht dein Haar berührt, langsam hinunter wandert und deine Backen rot anmalt. Dein Herz macht einen Satz und stolpert über die Bühne. Kann das jemand sehen? Schwitzt du schon? Bringst du überhaupt gleich einen sinnvollen Satz heraus?

Viele kennen das: Lampenfieber, die Angst vor Publikum zu sprechen. „Davon ist aber noch keiner gestorben“, relativiert Ingrid Amon, ORF Moderatorin und Stimmtrainerin. Wenn dann aber doch die Stimme zu flattern beginnt, setzt du am besten erste Maßnahmen. „Das ist der absolute Notfall. Am besten einen Schluck trinken und sich damit eine kurze Pause nehmen. Ausatmen, ausatmen, ausatmen. Wenn kein Glas Wasser zur Hand ist, einen Hustenanfall vortäuschen oder sich räuspern. Dann eher lauter als leiser weitersprechen“, sagt Amon. Aber gehen wir einen Schritt zurück.

#1 Die perfekte Stimme ist nicht angeboren

Deine Stimme vibriert zwar (noch) nicht wie Bruce Willis oder schmiegt sich durch den Raum wie die von Sharon Stone. Trotzdem willst du mit deiner Stimme fesseln? Kein Problem. Deine Stimmorgane sind zwar (hoffentlich) angeboren. Die Tonalität, die Kraft und den Ausdruck kannst du ihr aber selbst verleihen. Mach dich mit deiner Stimme vertraut. Redest du vielleicht zu langsam, zu schnell, zu monoton? Eine mangelnde Sprechweise macht das, was du damit sagen willst unwirksam. „Wenn man weiß, was die Stimme kann, kann man die eigene Farbigkeit, die eigene Ausdruckskraft stärken. Ein Stimmtrainer kann dein Stimmpotenzial analysieren und mit dir an deiner Stimmtechnik arbeiten“, so Amon. Für die Expertin gehört Sprechtechnik zu einer guten Allgemeinbildung. Jedenfalls zu den Kompetenzen von Führungskräften und Gründer*innen.

Pitching is more than a 3 minute presentation

#2 Üben üben üben

Wenn ein Pitch bevorsteht, ein Messeauftritt oder einfach nur eine Präsentation vor einer Gruppe, nimm dir davor genug Zeit für die Stimme. Durch konstantes Training kannst du sie formen. „Wenn du deiner Stimme vertraust, dann traust du dich auch andere Formulierungen und Wörter zu verwenden. Inhalte kommen anders an. Auch Selbstsicherheit stellt sich ein, wenn du merkst, dass du ernst genommen wirst. Das alles kann Stimm- und Sprechtraining“, sagt Amon.

 

#3 Die Expertin verrät wie es geht

Der richtige Ort: Am besten übst du an unvertrauten Orten, wo aber dennoch nichts schiefgehen kann. Vor fremden Menschen. Gib zum Beispiel in einer Bäckerfiliale sehr laut deine Bestellung auf. So, dass alle rundherum es hören.

Du stehst im Mittelpunkt: Mach dich damit vertraut, von anderen wahrgenommen zu werden. Wenn andere zuschauen, dann lerne das auszuhalten.

Keine Gedankenspiele: Laut Expertin wird es immer besser. Aber nur, wenn du auch wirklich praktisch übst. „Manche Leute üben nur im Kopf. Das reicht natürlich nicht. Ich kann nicht denken üben, wenn ich reden will. Das ist die falsche Sportart“, so die Stimm-Expertin.

Hohe Stimmen, hoher Stress: Tatsächlich verbinden wir hohe Stimmen eher mit Stress. „Hohe Anteile der Stimme entstehen unter Spannung“, erklärt Amon. Sie empfiehlt gerade die ersten Sätze einer Präsentation tiefer zu sprechen. Auch die letzten Sätze, als bleibender Eindruck, müssen sitzen.

Schreibfröhlich und am liebsten mit viel Sonnenschein in den Tag. Nach Wien und London hat es Evelyn nun nach Salzburg verschlagen. Hier hört sie sich im Einsatz für die ITG und Startup Salzburg nach spannenden Geschichten und Menschen um.

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