Die Corporate Health App Windhund Workplace wurde vom Profisportler Günther Matzinger entwickelt. Das Startup Salzburg Weekend war ein wichtiger Baustein für seinen Erfolg, vor zwei Jahren hat er daran teilgenommen. Unlängst bekam das junge Salzburger Unternehmen eine Investition in der Höhe von 360.000 Euro.

Wie alles begann

Das Salzburger Startup Windhund gibt es seit 5 Jahren. Die Idee dazu hatte der zweifache Paralympics-Sieger Günther Matzinger, als er sich damals von einem Bandscheibenvorfall erholte. Um die Rehabilitation abwechselnd und kurzweilig zu gestalten, entwickelte er ein Kartenset mit Trainingsübungen – zuerst einmal nur für sich. Als Profisportler wurde er jedoch immer wieder nach Trainingsanleitungen und Tipps gefragt. Deswegen ließ er die Karten in Zusammenarbeit mit einem Physiotherapeuten professionell gestalten und gründete einen Onlineshop, um sie an den Mann bzw. an die Frau zu bringen.

Einfache Bedienung und übersichtliche Darstellung: die Windhund Workplace App

Der Windhund nimmt Fahrt auf

Die Trainingsanleitungen waren so einfach zu absolvieren und das spielerische Element im Umgang mit den Karten machten die Sets schnell zu einem Geheimtipp unter Sportbegeisterten. Je größer sein Unternehmen wurde, desto mehr Zeit verbrachte der Gründer Günther Matzinger am Schreibtisch. Und so kam er auf die Idee, die Kartensets zum digitalen Coach für den Arbeitsplatz weiterzuentwickeln und die Windhund Workplace App war geboren. Die interaktive App versorgt die Mitarbeiter*innen mit Experteninhalten für mehr Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Derzeit nutzen die App zum Beispiel bereits große Unternehmen wie die Metro, Sana Klinikum oder die Salzburger Nachrichten.

Fünf Business Angels beteiligen sich

Im Mai 2019 investieren die fünf Business Angels Elfrieda Reiter, Hubert Achleitner, Fritz Berger, Matthias Heimbeck (Findologic) und Willi Katamay 360.000 Euro in das Salzburger Startup. Neben Kapital profitiert Windhund vor allem auch am Know-how der Investoren, denn diese haben alle bereits erfolgreiche Unternehmen aufgebaut. Das Investment ermöglicht den nächsten Wachstumsschritt: das Windhund-Team soll erweitert werden, damit Vertrieb und Content-Erstellung ausgebaut werden können.

v.l.n.r.: Matthias Heimbeck, Günther Matzinger, Hubert Achleitner,
Willi Katamay und Fritz Berger

Startup Salzburg Weekend 2019: 48 Stunden für deine Ideen

Übrigens: Das Startup Weekend war auch ein wichtiger Meilenstein für Günther Matzinger. Denn er und sein Geschäftspartner und Investor Matthias Heimbeck haben sich dort kennengelernt.

Mehr über Windhund

Kurzinterview mit Windhund-Gründer Günther Matzinger

Wie geht’s jetzt weiter?

Günther Matzinger: Die Investition ist nach dem Proof of Concept natürlich ein gewaltiger Boost für uns und bestätigt uns auf unserem Weg. Jetzt werden wir uns personell verstärken, um im Vertrieb ordentlich Gas zu geben. Außerdem möchten wir unseren Usern auch weiterhin und verstärkt die besten Inhalte zur Verfügung stellen, deswegen haben wir auch hier personell aufgestockt. Unser Fokus liegt ganz klar auf Wachstum, dem Gewinn von neuen Kunden und darauf, uns im deutschsprachigen Raum zu etablieren als die App im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Im deutschsprachigen Raum gibt es immerhin 89.000 Firmen mit je über 50 Mitarbeiter*innen, das sind alles unsere potenziellen Kunden – da haben wir also noch genug zu tun.

Was waren die wichtigsten Stationen auf deinem Erfolgsweg?

Günther Matzinger: Anfangs habe ich nach einem Bandscheibenvorfall, der mich aus der sportlichen Karriere herausgerissen hat, nur für mich Übungen gesammelt zur Rehabilitation. Die Erkenntnis daraus war, dass man aus den Übungen ein digitales Produkt schaffen muss, wenn man wirtschaftlich wachsen will, schließlich gibt es viele Konzerne, die im Gesundheitsmarkt mitmischen. Die Idee dahinter ist, dass die meisten Menschen – ähnlich wie im Sport – im Berufsleben Höchstleistungen erbringen müssen und viele jammern über Rückenschmerzen und psychische Belastung, aber keiner tut etwas dagegen. Hier setzt meine Geschäftsidee an. Ein weiterer Meilenstein war die Teilnahme am Startup Salzburg Weekend vor zwei Jahren. Eigentlich habe ich mit einem anderen Projekt teilgenommen und Windhund nur kurz vorgestellt. Dort habe ich Matthias Heimbeck von Findologic kennengelernt. Der Austausch mit ihm hat mir viel gebracht und weitergeholfen. Mittlerweile ist er Windhund-Geschäftspartner und Investor.

Was ist deine Zukunftsvision für Windhund?

Günther Matzinger: Genauso wie ich einen sportlichen Ehrgeiz habe, verfüge ich über unternehmerischen Ehrgeiz. Windhund kann international funktionieren, der Markt dafür ist riesig. Meine Vision ist, der führende Anbieter für Gesundheit am Arbeitsplatz zu sein: Jede*r Arbeitnehmer*in soll Windhund am Smartphone oder am PC haben und so gesund durchs (Arbeits-)Leben gehen.

Würdest du alles wieder genauso machen?

Günther Matzinger: Ja, ich würde den Weg wieder einschlagen, mit all der Ungewissheit und dem Risiko, dem man sich als Startup Gründer aussetzt. Durch Erfahrung lernt man, deswegen ist es wichtig, dass nicht immer alles ganz so glatt läuft. Schließlich schauts in der Planungsphase am Papier immer anders aus, als dann in der Wirklichkeit, wenn man seine Ideen umsetzt. Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass man bei der Gründung mit System vorgeht, Durchhaltevermögen beweist und auch nach zwischenzeitlichen Rückschlägen dranbleibt, dann wird man seinen Weg finden.

Copyright Bilder: Thomas Kaserer / Windhund

Interessiert an allem, was nicht der Norm entspricht, und ausgestattet mit einem gewaltigen Wissensdurst, ist sie für Startup Salzburg und die ITG – Innovationsservice für Salzburg auf der Jagd nach herausragenden Ideen und den Geschichten der Menschen dahinter. Als studierte Archäologin ist sie der Überzeugung, dass man Fortschritt und Innovation nicht aufhalten kann – als Kommunikationsprofi weiß sie, dass man darüber berichten muss.

Ähnliche Beiträge