Erste Eindrücke sind beinhart: Entweder man schafft es, für seine Arbeit zu begeistern oder eben nicht. Eine zweite Chance gibt es selten. Storytelling hilft Startups dabei, ein Bild ihrer eigenen Idee zu zeichnen.

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Schönes Beispiel aus einem Salzburger (Ex-)Startup gefällig, das mittlerweile auf internationalem Niveau agiert? Matthias Heimbeck hat im Jahr 2008 die Firma Findologic gegründet. Was Findologic macht und wie er auf die Idee gekommen ist? Erzählt er in Geschichtenform.

„Mein Vater wollte zu Weihnachten in einem Online-Shop einkaufen. Er hat verzweifelt versucht, die Geschenke zu finden, die er sich ausgedacht hat. Nachdem er erfolglos aufgegeben hatte, wollte ich eine Lösung kreieren, die Menschen beim Finden hilft.“

Als Gründungsgeschichte erzählt er von seinem Vater – und zeichnet dadurch auch ein Bild für alle, die nicht aus der IT-Branche stammen. Im Storytelling geht es oft um eine kleine Sache, die im Anschluss zu einer größeren Unternehmung führt: Dass der Vater seine Weihnachtsgeschenke nicht findet, inspiriert Heimbeck, an einer Lösung zu arbeiten. Die Idee führt zur Gründung eines international erfolgreichen Unternehmens für Suchlösungen in Onlineshops. Schöne Geschichte, die Investoren, B2B-Kunden sowie Endkonsumenten gleichermaßen verstehen. Bingo!

DIY – in 10 Schritten zur perfekten Startup-Story:

Wir erinnern uns an den Deutschunterricht: Eine gute Geschichte hat immer einen Helden, der verschiedene Herausforderungen meistern muss, um an sein Ziel zu kommen. Aus den folgenden Etappen könnt ihr euch eure eigene Heldengeschichte zusammenbauen:

  • Der Ruf des Abenteuers (Berufung): Man stößt auf einen Mangel. Eine Aufgabe zeichnet sich ab.
  • Weigerung: Der Held zögert. Er möchte seine Sicherheit nicht aufgeben.
  • Übernatürliche Hilfe: Der Held trifft auf einen Mentor, der ihm bei seiner Entscheidung unterstützt und am weiteren Weg hilft.
  • Obwohl der Held Angst hat, macht er sich auf den Weg.
  • Im Bauch des Walfisches: Dem Helden wird das Ausmaß seiner Aufgabe zum ersten Mal bewusst.
  • Der Weg der Prüfung: Probleme treten auf und müssen bekämpft werden.
  • Apothese: Dem Helden wird auf der Reise bewusst, dass er übernatürliches Potenzial in sich trägt.
  • Die endgültige Segnung: Der Held hat seine Aufgabe erfüllen können.

„Without storytelling, content is nondescript, uninspiring and, frankly, a waste of time and energy.“ (Mark Evans)

Hat man seine Geschichte gefunden, muss man sie adaptieren und üben. Denn: Es gibt nicht nur eine Situation, in der man sie erzählt. Geht es um einen Pitch, eine Ligthning Round oder will man einfach Bekannten seine Arbeit näherbringen (was übrigens oft die schwierigste Aufgabe darstellen kann)? Unterschiedliche Situationen erfordern unterschiedlich lange Storys. Diese müssen abrufbar sein. Dabei ist Übung alles!

Persönlich bleiben

In einer Startup-Story ist Persönlichkeit Trumpf. Je mehr eine Geschichte mit persönlichem Kampf und Wachstum verschlungen ist, desto authentischer ist sie. Fakten können und sollen vorkommen, aber bitte nicht in ihrer blanken Form: Auch Fakten funktionieren in visualisierter Form besser. Womit wir auch schön beim letzten Punkt wären:

Potenzial von Visualisierungen verstehen & nutzen

Erklärt man seine Geschichte zum Beispiel auf seiner Webseite, sollte man auf jeden Fall auf Visualisierungen zurückgreifen. Erfahrungsgemäß ist die „About us“-Seite eine der meistgeklicktesten Pages einer Webseite. Hier fängt man die Aufmerksamkeit der User. Dafür eignen sich Online-Tools oder Videoelemente.

Gute Stories:

Klar, diese Beispiel sind mit einer massiven Summe Geld und viel gebündelter kreativer Energie hinterlegt. Aber die Message ist immer die Gleiche: Wir lieben es, überrascht zu werden. Wir möchten emotional berührt werden. Wir wollen verstehen, was uns gesagt wird. Wir wollen Bilder in unserem Kopf haben, die uns Gänsehaut bereiten.

Wir sind überzeugt: Gutes Storytelling lebt nicht vom gefüllten Budgettopf, sondern davon, dass man weiß, wer man als Startup ist und warum man tut, was man tut!

 

Nützliche Links:

 

Eva ist eine richtige Ex-Exil-Salzburgerin. Frankreich, USA, Schweiz – aber nirgends ist es wie zuhause. Immer auf der Suche nach Dingen, die aus der Reihe tanzen. Hat selber gerade eine Firma gegründet und interessiert sich deshalb besonders für das Firmenleben der Anderen.

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