Die Kinder- und Babytagebuch-App Plabba gibt Kindern die Privatsphäre zurück und bietet trotzdem die Möglichkeit, Erinnerungen im engsten Freundes- und Familienkreis zu teilen.

Startups

Ein Foto mit dem Smartphone hier geknipst, ein Foto mit dem Smartphone da geknipst. Schnell ist die Galerie voll und man braucht gefühlt ewig, um das gewünschte Foto vom Nachwuchs stolz den eigenen Eltern zu präsentieren. Die Plabba-Gründer Wilfried Andexer und Andreas Grugger haben das Problem erkannt: Die Erinnerungen vom Heranwachsen der Kinder gehen heutzutage oft in der Masse an digitalen Bildern unter. Und kaum jemand verfügt noch über analoge Bilder. Will man nun mit Freunden und Familie die Erinnerungen teilen, ist man auf große Konzerne wie Facebook und Co. angewiesen. Das Problem ist jedoch, dass bei diesen Lösungen die Rechte der Kinderbilder an die Konzerne übergehen. Und wer will das schon?

Das Plabba-Team bei der Präsentation im Forum 1. (Foto: © Der Pasquali)

Und so ist auch die Geschäftsidee entstanden: Andreas wollte von seinen Kindern keine Bilder auf Facebook oder WhatsApp veröffentlichen. Und die WhatsApp-Familiengruppen sind weder übersichtlich noch strukturiert. Als er Wilfried sein Leid klagte, wurde klar, dass sie das Problem selbst in die Hand nehmen müssen. Und schon war Plabba geboren. Im Oktober 2018 haben die beiden ihr Startup gegründet, im November 2019 ist Anna Werr mit eingestiegen. Heute sind sie zu fünft im Plabba-Team. Wilfried und Andi Zecha sind für die technische Umsetzung der App zuständig, Andreas und Anna kümmern sich um die kreativen und Marketing Aufgaben im Startup, unterstützt werden sie dabei von Anita Milicevic.

Plabba bringt Ordnung ins Bilderchaos

Die Kinder- und Babytagebuch-App ist angepasst an die Bedürfnisse des digitalen Zeitalters: Fotos und Erinnerungen können mit der App schnell, einfach und sicher mit den Liebsten geteilt werden. Dabei ist die Bedienung einfach und übersichtlich gehalten und die Inhalte werden sicher gespeichert. Und wenn man möchte, kann man mit wenigen Klicks ein greifbares, analoges Produkt wie eine Postkarte oder ein Fotobuch direkt aus der App erstellen. Plabba ist somit digital und analog zugleich.

Das Startup richtet sich primär an Familien mit Babys und kleinen Kindern. 80 % der User*innen fallen in diese Zielgruppe. Der Rest setzt sich zusammen aus Familien mit Kindern bis zu sieben Jahre sowie Familienmitglieder und Freunde der primären Zielgruppe.

In der App können Meilensteine, wie die ersten Schritte, erfasst werden. (Foto: © Plabba)

3 Fragen an Plabba

Wie habt ihr euren Weg von der Idee zur Startup-Gründung erlebt?

Plabba: Es ging eigentlich recht schnell. Kurz nach der Idee haben wir damit begonnen, einen ersten Prototypen zu entwickeln. Daraufhin haben wir Feedback im Familien- und Freundeskreis eingeholt und die App ständig weiterentwickelt und verbessert. Es wurden wiederholt komplette Teile der App entfernt, neue Features getestet und wieder verworfen – die Achterbahnfahrt eines Startups sozusagen.

Ihr habt beim dritten Startup Salzburg Factory Durchgang (2018/19) teilgenommen. Wie hat sich euer Startup durch das Inkubationsprogramm weiterentwickelt?

Plabba: Neben dem theoretischen Input durch die Trainer*innen, haben wir vor allem durch das Mentoring und die Kontakte im Startup Salzburg Netzwerk profitiert. Zudem wurden die bestehenden Konzepte kritisch hinterfragt und überarbeitet und das Geschäftsmodell entsprechend adaptiert. Außerdem haben wir durch die Teilnahme an der Factory eine Landesförderung bekommen und eine Mietförderung durch die Stadt Salzburg.

So bereitet ihr euch auf ein Networking Event vor

Was sind eure Werte?

Plabba: Unser zentraler Wert ist Wertschätzung. Damit meinen wir die Wertschätzung gegenüber unseren Kund*innen und ihren Kindern gegenüber, vor allem, was die Privatsphäre betrifft. Ihre Kindheitserinnerungen und privatesten Momente sollen mit Plabba einen Ort nur für sich haben – einen sicheren Ort, wo nur die liebsten Menschen Zutritt haben. Damit meinen wir aber auch die Wertschätzung den Eltern gegenüber, in dem die Bedienung und die Funktionen der App so einfach wie möglich gehalten sind, dass sie damit keine Stunden wertvoller Familienzeit vergeuden. Auch die Wertschätzung für die ganze Familie ist uns wichtig: mit Plabba haben sie eine Plattform, wo alle zusammenkommen können – unabhängig von Entfernung, Familienverhältnissen und Kommunikationskanälen. Wir wollen auch einen wertschätzenden Umgang mit all unseren Partner*innen, Sponsor*innen und Investor*innen – also mit allen, mit denen wir zu tun haben. Damit wollen wir einen Beitrag leisten, um für unsere Kinder die Welt ein Stückchen besser zu machen.

(Titelbild: © Picsea on Unsplash)

Veröffentlicht am 19. Dezember 2019

Interessiert an allem, was nicht der Norm entspricht, und ausgestattet mit einem gewaltigen Wissensdurst, ist sie für Startup Salzburg und die ITG – Innovationsservice für Salzburg auf der Jagd nach herausragenden Ideen und den Geschichten der Menschen dahinter. Als studierte Archäologin ist sie der Überzeugung, dass man Fortschritt und Innovation nicht aufhalten kann – als Kommunikationsprofi weiß sie, dass man darüber berichten muss.

Ähnliche Beiträge