Die Welt da draußen kann ganz schön grausam sein. Startups schwimmen in ungewissen Gewässern. Außer natürlich, sie haben jemanden, der ihnen zeigt, wie man in der stürmischsten See über Wasser bleibt. Schwimmflügerl gibt’s für die sieben Factory-Teilnehmer von ihren Mentorinnen und Mentoren.

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Erfolgreich durch die Gründungsphase mit erfahrenen Wirtschaftsexperten. Wie weit Mentoren ihre Mentees tatsächlich pushen können, zeigt kein geringerer als Steve Jobs, Ex-Mentor von Mark Zuckerberg. Beide Entrepreneure verband der Wunsch, die Welt und das Leben der Menschen zu verändern. Jobs soll Zuckerberg vor allem geholfen haben, ein Team zusammenzustellen, das seine Vision teilte und das genauso hart wie er an der Umsetzung seiner Ideen arbeiten wollte.

Genau diese Vereinbarkeit mit der Branche oder dem Leitgedanken des Startups, ist auch eine wichtige Voraussetzung Mentor bei Startup Salzburg zu sein. Zurzeit werden in der Startup Salzburg Factory sieben Startups noch zwei Monate lang von ihren Mentoren begleitet. Wir haben nachgefragt, wie die Mentorings aussehen und wie die Arbeit zwischen Mentor und Mentee in der Praxis funktioniert.

Im Auge des Betrachters

Betriebsblind wird längst nicht nur ein alteingesessenes Unternehmen. Eine objektive Betrachtung ist allerdings wichtig, um das Wesentliche im Auge zu behalten. Wie zum Beispiel die richtige Zielgruppe anzusprechen oder die Preise dem Markt anzupassen. Wissen, dass sich viele Startups erst aneignen müssen. Erfahrene Unternehmer aus der Wirtschaft bringen dieses Know-how mit.

Barbara Schenk, Mentorin und Vorstand der Einkaufsgenossenschaft Hogast: „In meiner Arbeit mit dem Startup Barkinsulation habe ich den Fokus vor allem auf Marketing, Vertrieb und die Positionierung der Produkte gelegt. Wir haben uns dabei unter anderem angesehen, für wen das Produkt infrage kommen könnte.“

Bernhard Lienbacher, Mitgründer von Barkinsulation: „Wir sind ein Team aus Ingenieuren. Barbara Schenk hat Schwerpunkte eingebracht, die wir bis dato noch nicht hatten. Dabei ist uns auch unsere Zielgruppe bewusst geworden – die Hotellerie, Gastronomie und Werbeartikelbranche.“

Qualität vor Quantität

Sich als Mentor zu engagieren erfordert Zeit und Leidenschaft. Die eigentliche Arbeit nach dem Feedback, müssen die Startups aber natürlich selbst übernehmen. Deshalb reichen oft schon ein paar produktive Treffen um die Startups auf Schiene zu bringen. Neben ergänzendem Know-how der Experten, lernen die innovativen Gründer auch mal selbstkritisch zu sein und Hinweise der Mentoren umzusetzen. „Ich habe es toll gefunden, dass sich die Startups von Barkinsulation mein Feedback zu Herzen genommen und mir schon beim zweiten Treffen ihre professionelle Aufgliederung des Marktes präsentiert haben“, sagt Schenk.

Martin Loiperdinger, Gründungsmitglied von Blumatix Consulting: „Unser Mentor Markus Neumayr bringt Marktwissen mit, das wir in dieser Form noch nicht hatten. Außerdem hat er Kontakte und Netzwerke in der Software-Branche die für uns sehr wichtig sind.“

Mehr noch, die von Blumatix entwickelte selbstlernende Rechnungssoftware Blu Delta Service, die vollautomatisch Inhalte in unstrukturierten Rechnungen erkennt, soll möglicherweise in Zukunft auch bei den Kunden des Mentors eingesetzt.

Markus Neumayr, Mentor und Geschäftsführer von Ramsauer & Stürmer Software GmbH: „Wenn wir das Produkt in Zukunft mit in unser Unternehmen integrieren würden, könnte das auch bedeuten, die Nase noch mehr vorne zu haben und einen alternativen Ansatz für elektronische Rechnungsprozesse entsprechend mit unserem System bereitstellen zu können.“

 

Noch keinen Mentor? Vermeide trotzdem die größten Fehler

 

Für die nächste Generation

Doch warum verschenken eigentlich all diese Wirtschaftsexperten ihre Zeit und ihr Wissen an Startups? Eine Frage die zwar jeder Mentor anders beantwortet aber im Kern sehr ähnlich bleibt – um etwas weiterzugeben, Wissen zu teilen und die regionale Entwicklung voranzubringen.

Günther Percht, Mentor und Geschäftsführer von Kässbohrer Transport Technik GmbH„Grundsätzlich ist es befriedigend etwas Sinnstiftendes zu begleiten. Meine Absicht war nicht, dass das Unternehmen davon profitiert, für das ich verantwortlich bin. Es geht meiner Meinung nach eher um die Erfahrung die man selbst einbringen kann. Menschlich ist es immer etwas Schönes und letztendlich lebt die Entwicklung der Menschheit auch davon, dass eine ältere Generation da ist, die die Basis oder die Erfahrung zur Verfügung stellt und eine junge Generation, die das nutzt und etwas aufbaut.“

Peter Lammer, Mitgründer von Sitworxx OG: „Das Mentoring bewirkt auf jeden Fall mehr Selbstvertrauen, wenn man jemanden hat, der in so einer Position wie Herr Percht tätig ist. Wir sind als Startup einfach mit einer komplett neuen Welt konfrontiert. Mit komplett neuen Persönlichkeiten und das ist sehr abschreckend am Anfang. Wenn jemand richtungsweisend mithilft ist das viel wert.“

 

Schreibfröhlich und am liebsten mit viel Sonnenschein in den Tag. Nach Wien und London hat es Evelyn nun nach Salzburg verschlagen. Hier hört sie sich im Einsatz für die ITG und Startup Salzburg nach spannenden Geschichten und Menschen um.

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