Das Lungauer Startup VIABIRDS baut ein eCommerce-System für Menschen in Bewegung auf. So bleibt keine Zeit mehr auf der Strecke.

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Frisches Brot von der Bäckerei, Jausenwurst vom Bio-Bauernhof, handgedrehte Kaffeetassen, ein neues Fahrradschloss und vieles mehr: Seit April 2020 sind eine Vielzahl an Produkten im ersten Lungauer Online-Kaufhaus erhältlich. Derzeit sind es über 2.000 Produkte von 20 Anbietern. Möglich gemacht haben das die VIABIRDS-Gründer, allen voran Geschäftsführer Martin Macheiner. Dasselbe Konzept soll 2021 auch in Salzburg umgesetzt werden. Wir stellen euch die Teilnehmer der fünften FACTORY vor.

Das Problem

Wer kennt es nicht: Nach einem langen Arbeitstag müssen noch Einkäufe und andere Besorgungen getätigt werden. Oftmals klappert man dabei mehrere Geschäfte ab. Das kostet Zeit und Geld, denn die vielen Wege sind oft nicht sonderlich effizient. Vor allem, wenn man mit dem PKW unterwegs ist.

Die Lösung

Das Technologieunternehmen richtet sich an Menschen in Bewegung (B2C), die zur Arbeit pendeln, und nutzt die Zeit, die diese Personen unterwegs sind. Man kauft online im Webshop ein und holt dann die Produkte beim Nachhauseweg bequem und kontaktlos im Vorbeifahren bei der flyby-Station ab. Ihr B2B-Angebot richtet sich an regionale Produktanbieter, die oft noch keinen eigenen Webshop haben. Mit VIABIRDS brauchen sie diesen auch nicht, verkauft wird über die vom Startup zur Verfügung gestellte Online-Plattform.

So funktioniert der Einkauf im ersten Lungauer Online-Kaufhaus. (Screenshot von www.viabirds.com)

Das macht VIABIRDS besonders

Im Gegensatz zu Abholstationen von bekannten großen Handelsketten, kann über das eCommerce-System von VIABIRDS von verschiedenen Geschäften und Anbietern gleichzeitig eingekauft werden. Die flyby-Stationen liegen an verkehrstechnisch gut gelegenen Knotenpunkten, wie etwa an Tankstellen, Autobahnauffahrten oder auch Bahnhöfen, die den Kundinnen und Kunden Zeit und Wegstrecke sparen und so die Umwelt schonen.

Die Technologie von VIABIRDS bietet regionalen Produktanbietern einen Zugang zu einem weiteren Vertriebskanal, der die Einkäufe bündelt. Das System ist bewusst offen gehalten, VIABIRDS bietet die Technologie an, betrieben werden die flyby-Stationen von den Personen oder Unternehmen, die eine Nutzfläche an verkehrstechnischen Knotenpunkten besitzen, wie zum Beispiel Tankstellenbesitzer:innen.

 

Vom Post-it zum Startup

Die Idee wurde während des Creators Camp des Biosphere Lab Lungau im Mai 2019 entwickelt. „Beim Design Thinking Workshop wurde durch Zufall das Thema ‚Stau als Chance‘ in den Raum geworfen. Von da an wurden das Problem und unsere Lösung immer konkreter“, sagt Martin über die Ideenfindung. Die Idee wurde zuerst übrigens auf einem Post-it niedergeschrieben. Und etwa ein halbes Jahr später sollte daraus ein Startup aus der Taufe gehoben werden. Mehr über die Anfangsphase der Gründung und wie sie mit Feedback umgehen, haben die Gründer beim Homecoming Startups Event erzählt, das im November 2020 stattgefunden hat.

Martin hat VIABIRDS gegründet. (Foto: VIABIRDS)

Drei Fragen an Martin von VIABRIDS

Welche Unterstützung habt ihr auf eurem Weg zur Gründung bekommen?

Bei der Gründung standen uns Silicon Castles und andere öffentliche Stellen sehr tatkräftig zur Seite. Hier ist vor allem Innovation Salzburg hervorzuheben, das uns als erste Anlaufstelle beim Business Model, bei Förderanträgen und durch die Herstellung von regionalen Kontakten unterstützt hat.

Was sind die größten Herausforderungen als Startup-Gründer?

Die ursprüngliche Idee, sprich den Kern des Startups mit gewissem Abstand betrachten zu können, ist die größte Herausforderung. Man begeht sehr schnell den Fehler, dass man nicht von der ursprünglichen Idee abweichen will, weil man da eine gewisse Zuneigung zu den eigenen Überlegungen entwickelt. Das muss man schnell ablegen. Hätten wir das nicht gemacht, würden wir uns immer noch überlegen, wie wir mit Drohnen über die Autobahn fliegen können und ich bin mir nicht sicher, ob es VIABIRDS als Startup dann geben würde. [Anmerkung der Redaktion: Ursprünglich sollten die Einkäufe mit Drohnen geliefert werden. Mehr dazu lest ihr im Beitrag Homecoming Startups.]

Euer Startup wurde im Jänner 2020 gegründet. Im April 2020 habt ihr euer erstes Online-Kaufhaus eröffnet. Wie beeinflusst die Pandemie euer Startup?

Ich füge immer gerne hinzu, dass wir die Idee schon vor Corona aufgegriffen haben. Man kann aber nicht abstreiten, dass die Krise uns dahingehend geholfen hat, als dass wieder ein Bewusstsein für die Wichtigkeit der regionalen Geschäfte und Lebensmittelproduzenten geschaffen wurde.

(Titelbild: Chuttersnap on Unsplash | Video: ORF Salzburg, April 2020)

Veröffentlicht am 10. Februar 2021

Für Startup Salzburg und Innovation Salzburg ist sie auf der Jagd nach herausragenden Ideen und den Geschichten der Menschen dahinter. Als studierte Archäologin ist sie der Überzeugung, dass man Fortschritt und Innovation nicht aufhalten kann – als Kommunikationsprofi weiß sie, dass man darüber berichten muss.

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