Über 200 geladene Gäste fanden sich am 16. Juni im Messezentrum Salzburg ein, um beim Innovationsevent „salz21 kompakt“ ein Zeichen dafür zu setzen, dass jetzt nach dem Lockdown wieder angepackt und positiv nach vorne geblickt wird.

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Für die meisten war es die erste Veranstaltung in Präsenz seit Beginn der Pandemie. Was uns besonders freut: Seitens Politik und Wirtschaft gabt es ein klares Bekenntnis zur Förderung von Startups und den Ausbau des Salzburger Innovationsökosystems.

Den Anfang machten Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Marianne Kusejko (Vizepräsidentin Wirtschaftskammer Salzburg und Industriellenvereinigung Salzburg sowie Geschäftsführerin Sigmatek) im Opening Panel, bei dem sie mit Moderatorin Seda Röder (The Mindshift) über die aktuellen Herausforderungen unserer Zeit sprachen und darüber, was Wirtschaft und Politik tun können, um diese zu überwinden. „Wir müssen unsere Wirtschaft wieder stärker regional ausrichten, um die Resilienz zu erhöhen“, war eine Kernaussage von Landeshauptmann Wilfried Haslauer. „Wir haben eine schwere Zeit hinter uns. Solche Veranstaltungen wie diese machen auch bewusst, welche Möglichkeiten wir haben. Denn es gibt ganz konkrete Pläne, die in Richtung Förderung von Startup-Entwicklungen, Wissenschaft, Forschung und Innovation gehen. Auch Tourismus und Bildung gehören dazu. Wir arbeiten auch intensiv an unserem Netzwerk am Standort“, so Haslauer weiter.

Marianne Kusejko machte den jungen Startup-Foundern Mut: „Jede Zeit hat ihre Herausforderungen und meine Zeit als Gründerin liegt schon mehr als 30 Jahre zurück. An ein Scheitern haben meine Mitgründer und ich eigentlich nie gedacht. Die jungen Gründerinnen und Gründer heute haben so großartige Ideen, die sie auch umsetzen werden, da bin ich zuversichtlich.“

Startups zeigten Bandbreite

Beim „Best of FACTORY“ Pitching zeigten drei Startups, die heuer das Inkubationsprogramm von Startup Salzburg abgeschlossen haben, was sie können und wie sie sich im Laufe der FACTORY weiterentwickelt haben. SWAIG pitchte anschaulich seine wärmenden Faszienrollen. Farmlifes, die ein soziales Netzwerk für Bäuerinnen und Bauern entwickelt haben, zeigten ihren neuesten Clou, den Farmcode: Der QR-Code auf Lebensmitteln zeigt ihre Herkunft an. Und KETOFABRIK pitchten ihre ketogenen Riegel für eine zuckerreduzierte Ernährung. Aktuell sind bereits 1,3 Millionen Ketoriegel vom Band gelaufen. Die FACTORY-Startups können sich auch national sehen lassen: SWAIG und KETOFABRIK waren im vergangenen Jahr in der TV-Startup-Show „2 Minuten 2 Millionen“ erfolgreich.

Auch viele Investorinnen und Investoren der Austrian Angel Investors Association (aaia) waren mit dabei. Beim Panel diskutierten „Business Angel oft he Year 2020“ Niki Futter, Unternehmerin Conny Hörl und Martin Kaswurm (Junge Wirtschaft) darüber, wie sich Business Angels und Startups gegenseitig unterstützen können. Das Gründen gehöre attraktiver gemacht und das regionale Ökosystem müsse noch weiter gestärkt werden, so der gemeinsame Tenor der Podiumsgäste. Startup Salzburg dient hier als Vorzeigeinitiative für den Standort und als Vorbild darüber hinaus.

Den Abschluss am Abend machte die „Startup Night“ des Travel Industry Clubs, wobei hier das Thema New Tourism im Vordergrund stand. Mit dabei waren die drei Salzburger Startups LiveVoice, Needit und Velovio und die Wiener Staymate sowie WinEcycle Tours aus Langenlois. Auch hier wurde ein breites Spektrum an frischen Ideen präsentiert: LiveVoice bieten eine cloudbasierte App für Simultandolmetschen, Guided Tours, Silent Events und vieles mehr. Wie einfach die App zu bedienen ist, haben sie mit einer Simultandolmetschung eindrucksvoll vorgeführt. Needit haben ihre Mietplattform für Outdoor-Geräte vorgestellt. Das Startup Velovio, das im letzten Jahr an der FACTORY teilgenommen hat, entwickelt modulare Fahrradständer, wo nicht nur das formschöne Design für sich spricht. Die Wiener Staymate punkteten mit ihrem Urlaubsplaner für Tourismusorganisationen und WinEcycle aus Langenlois präsentierten ihre geführten E-Bike-Wein-Touren. Das Publikumsvoting haben die Lokalmatadore LiveVoice und Velovio für sich entschieden.

Mit Bildungstechnologien digitales Lernen unterstützen

In diesem Rahmen fand auch EdTech Austria viele Gleichgesinnte. In einem eigenen EdTech-Panel lud EdTech Austria Projektleiter Hannes Aichmayr (ITG) Annemarie Schaur vom WIFI Salzburg, Raimund Lainer von SPAR Österreich und Thomas Layer-Wagner von Polycular auf die Bühne, um über Wissensmanagement und berufliche Weiterbildung im 21. Jahrhundert zu diskutieren. „Digitale Bildung ist etwas, das alle umtreibt“, ist Hannes Aichmayr überzeugt. „Es findet ein Wandel statt. Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger. Dafür müssen wir neue Formate finden“. Die Corona-Krise hat dem digitalen Lernen einen großen Schub gegeben, da sind sich alle Podiumsgäste einig.

Aus Not eine Tugend machen

Die großen Themen der Veranstaltung waren Innovation, New Business, Gemeinsamkeit und der über allen stehende Netzwerkgedanke. Davon zeugte auch der Entstehungsprozess, denn ursprünglich wollte man sich eigentlich zu einem zweitägigen Innovationsfestival salz21 treffen. Hier machten jedoch die aktuellen Corona-Beschränkungen einen Strich durch die Rechnung. So wurde das Event auf nächstes Jahr verschoben, aber dennoch wollten die Veranstalter, allen voran ITG – Innovationsservice für Salzburg, WKS und Messezentrum heuer nicht auf ein Zusammentreffen verzichten. Kurzerhand hat man gemeinsam eine Kompaktversion entwickelt, die genau einen Nerv am Standort getroffen hat. Angeregte Gespräche – manche verabredeten sich noch direkt auf der Bühne zu einem gemeinsamen Arbeitstreffen – viele ausgetauschte Kontakte und eine gute, positive Stimmung trugen zum Gelingen des Nachmittags bei. „Salz21 kompakt hat gezeigt, dass der Innovations- und Startup-Motor in Salzburg nicht stillsteht. Es war eine eindrucksvolle Reise zu Themen wie EdTech und New Business. Wir sind stolz, dass bereits über 30 Gründerinnen und Gründer das Startup Salzburg Inkubationsprogramm durchlaufen haben“, zeigt sich ITG-Geschäftsführer Walter Haas begeistert von der Veranstaltung und dem Spirit am Standort.

Nur gemeinsam geht’s voran

Obwohl das Event eigentlich ganz anders stattfinden hätte sollen, tat dies der Stimmung keinen Abbruch. Das Fazit von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Nachmittags lautete ganz klar: die Salzburger Innovationsszene ist so lebendig wie nie zuvor, das Erfolgsrezept lautet Vernetzung und Zusammenarbeit. Denn gemeinsam schafft man mehr. Auch den Weg aus der Krise.

(Titelbild und alle Fotos im Text: wildbild)

Veröffentlicht am 17. Juni 2021

Interessiert an allem, was nicht der Norm entspricht, und ausgestattet mit einem gewaltigen Wissensdurst, ist sie für Startup Salzburg und die ITG – Innovationsservice für Salzburg auf der Jagd nach herausragenden Ideen und den Geschichten der Menschen dahinter. Als studierte Archäologin ist sie der Überzeugung, dass man Fortschritt und Innovation nicht aufhalten kann – als Kommunikationsprofi weiß sie, dass man darüber berichten muss.

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