Die Startup Salzburg Factory geht in die vierte Runde: von insgesamt 21 Startups, haben es elf zum Pitch geschafft, wovon acht die Jury überzeugen konnten und in die Factory aufgenommen wurden. In den nächsten Monaten werden die Gründer*innen mit der Unterstützung von Expert*innen, Coaches und Mentor*innen in der Factory ihre Geschäftsideen weiterentwickeln und ausfeilen.

Startups, Ecosystem

Ende Juni war es endlich soweit: die Gründer*innen durften vor der Expertenjury pitchen. Die Jury bestand aus Werner Wutscher (Business Angel, Gründer und Geschäftsführer von New Venture Scouting), Olav Carlsen (Managing Direktor, CEO, Gründer und CFO von Hydrogen Rise AG), Barbara Katschnig (Außenwirtschaft Austria) und Karl Wagner (Entrepreneur und Business Angel, CEO CUBES GmbH und Say GmbH). „Ich bin schon seit Anfang an dabei und es ist einfach toll, wie die Qualität der Gründer*innen mit jedem Batch besser wird“, erzählt Juror Werner Wutscher, der die Factory bereits zum vierten Mal begleitet. Auch Olav Carlsen, der sich zum ersten Mal als Juror zur Verfügung gestellt hat, zeigt sich begeistert von den Teilnehmer*innen: „Sie haben sich mit beeindruckendem Selbstbewusstsein präsentiert. Sie waren offen und gut vorbereitet“. „Was mich bei allen Teilnehmer*innen sehr beeindruckt hat, war das spürbare Engagement, mit dem sie an ihren Geschäftsideen arbeiten. Einige sind noch Teil- bzw. Vollzeit in einer anderen Firma angestellt und widmen ihre Freizeit für die Weiterentwicklung ihrer Produkte“, erzählt Jurorin Barbara Katschnig.

Lorenz Maschke vom Startup Salzburg Service-Point der WKS (Bildmitte) mit den Juroren
(v. l. n. r.) Karl Wagner, Werner Wutscher, Barbara Katschnig und Olav Carlsen
(© www.wildbild.at)

Dabei ist Salzburg ein idealer Standort für die jungen Startups. „Es gibt hier eine gute Infrastruktur für Startups und sehr engagierte Leute, die sich des Themas annehmen. Zudem ist es ein attraktiver Standort für Mitarbeiter*innen mit einer guten Anbindung“, berichtet Karl Wagner, der auch zum ersten Mal in der Jury saß. „Die Factory Teilnehmer*innen profitieren in vielerlei Hinsicht. Neben dem individuellen und bedarfsorientierten Coaching des Startup Salzburg Teams werden die Teilnehmer*innen von Mentoren aus der Wirtschaft professionell begleitet und sie haben die Möglichkeit, sich bei exklusiven Events die einmalige Möglichkeit, sich mit relevanten Stakeholdern zu vernetzen. Besonders wertvoll ist auch der Austausch unter den Factory-Teilnehmer*innen selbst“, ist Barbara Katschnig überzeugt. Olav Carlsen fasst es so zusammen: „In Salzburg erhalten sie sehr individuelle Betreuung mit dem Verknüpfen wichtiger ‚Beschleuniger‘ für die Geschäftsentwicklung.“ So sieht es auch Karl Wagner: „Die Factory Teilnehmer*innen profitieren von einer intensiven Betreuung durch ausgewählte Expert*innen mit weitreichenden Kontakten, besser kann man als Gründer*in kaum unterstützt werden.“

 

Das war die Startup Salzburg Factory Jurysitzung 2019 (© Robert Etter/WKS)

Diese acht Salzburger Startups kommen in die Factory 2019

Addly GmbH

Die Jury lauscht gespannt dem Pitch von Addly (© www.wildbild.at)

Suche, Kontaktaufnahme und Terminbuchung in einer Lösung – das ist Addly. Das Team des jungen Startups rund um Thomas Schöppl, Markus Bergetschwandtner und Christian Höll hat sich das Ziel gesetzt, zum „booking.com“ für verfügbare Dienstleister zu werden. Seit Ende April 2019 ist Addly online. Die Plattform funktioniert ganz einfach: man sucht nach verfügbaren Dienstleistern, Addly zeigt freie Termine an, man bucht einen Termin mittels Kalendersynchronisation und kann näheres im integrierten Chat mit dem Dienstleister besprechen.

addly.me

Audvice

Sophie Bolzer und Erfan Ebrahimnia vom Audvice Team zeigen der Jury ihre revolutionäre eLearning-App (© Andrea Kurz/ITG)

Was hält die meisten Menschen vom Lernen ab? Richtig, zu wenig Zeit. Hier setzt die eLearning-App von Sophie Bolzer und ihrem Team an. Audvice soll Menschen dabei helfen, besser, flexibler und mehr zu lernen. Der Clou? Es gibt nicht nur fertige Inhalte – wie bei einem Podcast – sondern man kann Lessons auch selber einsprechen. Man ist also Hörer*in und Sprecher*in gleichzeitig und kann seine Aufnahmen auch mit seinen Studienkolleg*innen teilen. Eingesetzt werden kann Audvice von Professor*innen als Unterrichtstool, von Studierenden als Lerntool, von Bildungseinrichtungen oder auch von Unternehmen als Corporate Learning Software.

www.audvice.com

Bikeparker

Tanja Friedrich präsentierte souverän ihr Startup Bikeparker (© www.wildbild.at)

Was passiert am Ende des Radwegs, wenn die Räder abgestellt werden? Dort herrscht meistens Chaos. Tanja Friedrich, CEO und Gründerin, will mit ihrem modularen Fahrradmöbel Bikeparker dieses Chaos ordnen. Eingesetzt werden soll es vorwiegend im öffentlichen Raum, potenzielle Kunden sind Städte, Stadtplaner oder etwa auch Shoppingcenter. Bikeparker ist platzsparend und verfügt über einen Fahrradlift, der ohne Kraftanstrengung bedient werden kann. Durch den modularen Aufbau kann jeder Bikeparker ganz nach Kundenwunsch individuell zusammengestellt und um Sitzflächen oder etwa Ladestationen für Elektrofahrräder erweitert werden.

www.bikeparker.at

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Salt Castle Studio GmbH

Gregor Kirchhofer pitchte sein actiongeladenes Spiel Chapeau (© Andrea Kurz/ITG)

Gregor Kirchhofer und sein Team von Salt Castle Studio haben „Hütchenspiel“ wortwörtlich genommen: In ihrem familienfreundlichen Mehrspielererlebnis Chapeau spielt man nämlich als Hut gegen andere Hüte. Chapeau ist ein innovatives Spiel, das durch seine einfache Bedienung mit zwei Buttons, fähigkeitsbasierte Spielsteuerungstiefe, die umfangreiche Modularität und diverse spielunterstützende Systeme sowie KI-Agenten, gegen die man bei Bedarf spielen kann, überzeugt. Das Besondere am Design des actiongeladenen Games: alle Spielstätten sind von realen Orten inspiriert.

www.saltcastlestudio.com

Snapserve OG

Florian Ebner und Florian Saria von Snapserve (© Andrea Kurz/ITG)

Florian Saria und Florian Ebner haben sich zum Ziel gesetzt, die Mittagspause zu revolutionieren. Genauer gesagt geht es um die Zeit, die man für den Restaurantbesuch benötigt. Dafür haben sie Snapserve entwickelt, mit der Essensbestellung, Tischreservierung und Bezahlung in einer App durchgeführt werden können. Im Real Life bleibt nur noch das Gute: selbst Essen im Restaurant. Der Vorteil? Da Bestellvorgang und Bezahlung bereits vorab über die App erledigt wurden, spart man sich rund die Hälfte der wertvollen Mittagspausenzeit. Alternativ kann auch die Take-Away-Variante gewählt werden.

snapserve.app

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solbytech GmbH

Das Team von Solbytech beim Pitch (© Andrea Kurz/ITG)

Solbytech ist ein ausfallsicheres System zur mobilen Datenkommunikation. Dabei werden Photovoltaikanlagen fernab der Zivilisation mit Trackingsoftware für Industrierouter versehen, die die Kommunikation zwischen dem Betreiber der Photovoltaikanlage und der Monitoring-Plattform garantiert. Dadurch werden Prozesse optimiert und Ressourcen eingespart, denn durch die Software von Florian Dodegge, Manuel Dorfer und Gerald Eder bleibt bei einem Ausfall der Anlage die Kommunikation zwischen Anlage und Betreiber erhalten. Fällt eine Photovoltaikanlage aus, stellt Solbytech die Kommunikation zum Betreiber sicher. Dieser weiß dann etwa, ob die Anlage einfach nur gerade offline ist, ob überhaupt noch Strom produziert wird oder ob ein anderer Defekt vorliegt. So lassen sich viele Probleme aus der Ferne passgenau lösen und die Betreiber müssen nur wenn es absolut notwendig ist einen Handwerker zur Reparatur schicken.

solbytech.at

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sproof

Das Team von Sproof stellt die Technologie dahinter vor (© Andrea Kurz/ITG)

Viele Menschen verwalten ihre Dokumente digital. Scannt man zum Beispiel seinen Reisepass ein, gehen Sicherheitsmerkmale wie Hologramm verloren. Diese Sicherheitsmerkmale werden aber gesetzlich verlangt, und so gilt der Scan eines Reisepasses nicht als Reisedokument. Hier setzt Sproof an: Die Technologie von Clemens Brunner, Fabian Knirsch und Erich Höpoldseder zertifiziert Dokumente. Das geschieht dezentral mit einem blockchainbasierten Open-Source-Protokoll, das über eine für den Dokumentenaussteller einfache Schnittstelle zu verwenden ist. Der Fokus liegt derzeit auf Zeugnissen und Zertifikaten, kann sich aber in Zukunft in Richtung Reisepass und andere Dokumente entwickeln.

www.sproof.io

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Starball GmbH

Maximilian Neukirchner überzeugte als jüngster Teilnehmer am Pitch (© Andrea Kurz/ITG)

Das Startup des passionierten Fußballers Maximilian Neukirchner, das er gemeinsam mit seinem Vater Anton Neukirchner und Michael Fischinger gegründet hat, soll die bekannten Probleme des Fußballtrainings beheben: lange Wartezeiten, zu ungenaue Trainingseinheiten mit begrenzter Trainingszeit und das Fehlen einer objektiven Datenerhebung. Dafür haben sie die SOCC3.0 Ballmaschine und die Maratoni-Toranlage entwickelt. Die Ballmaschine steht in der Toranlage und der Spieler oder die Spielerin müssen ins aufleuchtende Tor treffen. Jeder Abschuss ist anders: Abschußgeschwindigkeit und -frequenz können individuell eingestellt werden, die Toranlage wertet die Daten über die Treffer aus. Die Ballmaschine schafft in 20 Minuten bis zu 150 Ballkontakte mit einer maximalen Geschwindigkeit von 130 km/h. So kann der Spieler bzw. die Spielerin das Training optimieren und gezielt Stärken oder Schwächen trainieren, was zu einem maximalen Trainingsfortschritt führt.

www.facebook.com/starball.at

Wie geht’s jetzt weiter für die Factory Teilnehmer*innen?

Als erstes erarbeiten die Startups in einem zweitägigen Bootcamp mit den Coaches der Factory ihre persönliche Roadmap für die nächsten Schritte auf dem Weg zum Erfolg. Sie bekommen in den nächsten Monaten bedarfsorientiertes Coaching und Begleitung von ausgewählten Mentor*innen aus der Wirtschaft, essentielle Trainings und Zugang zu exklusiven Vernetzungsevents. Am Ende des Inkubationsprogramms stehen sie beim Startup Salzburg Demo Day am 17. März 2020 auf der großen Bühne. Wir wünschen allen Startups viel Erfolg!

Das Startup Salzburg Team und die Juroren (© Andrea Kurz/ITG)

(Titelfoto: © pauchi – stock.adobe.com)

Interessiert an allem, was nicht der Norm entspricht, und ausgestattet mit einem gewaltigen Wissensdurst, ist sie für Startup Salzburg und die ITG – Innovationsservice für Salzburg auf der Jagd nach herausragenden Ideen und den Geschichten der Menschen dahinter. Als studierte Archäologin ist sie der Überzeugung, dass man Fortschritt und Innovation nicht aufhalten kann – als Kommunikationsprofi weiß sie, dass man darüber berichten muss.

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