Das Salzburger Startup sproof ist der starke Partner für die überprüfbare Authentifizierung von vertrauenswürdigen Dokumenten und wurde von Forschern für die Wirtschaft entwickelt. 2019 nehmen sie an unserer Startup Factory teil.

Startups

Immer mehr Menschen verwalten ihre Dokumente digital oder digitalisieren sie durch Scannen oder Abfotografieren. Sicherheitsmerkmale, wie Wasserzeichen auf Zeugnissen oder das Hologramm am Reisepass, gehen dabei jedoch verloren. Die Echtheit der Dokumente kann somit nicht mehr überprüft werden. Derzeit gibt es auch vermehrt gesetzliche Forderungen nach digitalen Signaturen, um Dokumente überprüfbar und authentifizierbar zu machen. Die Technologie von Clemens Brunner, Fabian Knirsch und Erich Höpoldseder setzt genau dort an: sproof ist eine einfache und schnell integrierbare Anwendung (Middleware) zwischen der vorhandenen Applikation und der dezentralen Verwaltung.

Der Vorteil

Mit sproof werden digitale Dokumente einfach und kostengünstig digital signiert. Die Dokumente bekommen einen Zeitstempel und können jederzeit widerrufen werden. Jedes Dokument kann genau einem Aussteller zugeordnet werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass es durch die blockchainbasierte Technologie möglich ist, die sproof-Plattform zu nutzen, ohne dabei die Datenhoheit über die eigenen Dokumente und Einträge zu verlieren. Die Ausstellung und Überprüfung der Dokumente erfolgt komplett dezentral, offen und transparent. sproof kann vollautomatisiert in bestehende Applikationen integriert werden. Dadurch werden diese Prozesse günstiger, schneller und zuverlässiger. Ein weiteres Asset: sproof speichert keine persönlichen Daten. Es obliegt den User*innen, ob und mit wem welche Daten geteilt werden.

Life Hacks für Gründer*innen

Die Zielgruppe

Derzeit befindet sich sproof in der ersten Phase, in der sie sich an Hochschulen richten. Dafür werden Zeugnisse, die bereits als PDF verfügbar sind, mit sproof signiert und in die sproof-Plattform eingetragen. In der zweiten Phase sollen Datenprotokolle für die Industrie und produzierende Unternehmen mit sproof abgesichert werden. Ein konkreter Anwendungsfall wäre dieser: Bei einer Reifenproduktion müssen sämtliche Prozesse und Produktionsdaten zum Zweck des Produkthaftungnachweises aufgezeichnet werden. Mit sproof werden solche Daten dezentral und im Nachhinein fälschungssicher in einer öffentlichen Blockchain registriert. Wird die Produktion des Reifenherstellers nun überprüft, kann die Produktionsfirma mithilfe von sproof beweisen, dass alle Produktionsdaten und deren Einträge rechtzeitig und ordnungsgemäß protokolliert und im Nachhinein nicht mehr bearbeitet worden sind. Die Technologie von sproof kann somit auch zur Qualitätssicherung und zum Nachweis für Überprüfungen im Industriebereich beitragen.

Von der Idee zum Startup

Clemens Brunner (CEO und technische Leitung), Fabian Knirsch (CTO/Chief Technology Officer, technische Leitung) und Erich Höpoldseder (COO/Chief Operating Officer für Finanzen und Vertrieb) haben sich auf der FH Salzburg kennengelernt. Nach Abschluss der Masterarbeit von Clemens Brunner an der Universität Innsbruck sollten die theoretischen Kenntnisse in die Praxis umgesetzt werden. Die drei haben als Team auf einer Veranstaltung vom FHStartup Center zusammengefunden und mit einer umfangreichen Marktforschung begonnen. Bei der Teilnahme am S & B Sallinger Award wurden sie unter die zehn besten Produkte aus dem Bereich Forschung gewählt. Auch wurden die ersten Prototypen fertiggestellt. Beides sind wichtige Grundsteine für das junge Startup.

Derzeit befinden sie sich mitten im Gründungsprozess. Unterstützung bekommen sie dabei von den Startup Salzburg Koordinationsstellen im FHStartup Center, vom ITG – Innovationsservice für Salzburg und von der Wirtschaftskammer Salzburg. Kürzlich wurden sie in unser hauseigenes Inkubationsprogramm, die Factory, aufgenommen. Dort werden ihnen Mentor*innen aus dem Bereich Erwachsenenbildung bzw. Industrie 4.0 zur Seite gestellt.

v. l. n. r.: Erich Höpoldseder, Clemens Brunner und Fabian Knirsch von sproof (Foto: © Sandra Lagler)

Drei Fragen an das sproof-Team

Wie würdet ihr eure Gründerpersönlichkeiten beschreiben?

sproof: Wir sind motiviert und versuchen gemeinsam etwas zu verändern. Das funktioniert nur dann, wenn wir als Team zusammenhalten und jeder seine Stärken für unser Startup einsetzt. Im Detail sieht das so aus: Unser CEO Clemens ist ein fleißiger Programmierer, der alle Kund*innenanforderungen in skalierbare Applikationen umsetzt. Zeitgleich nimmt er die Anregungen aus dem Team sehr ernst, er managed sproof verantwortungsvoll und sorgt für ausgeglichene Verhältnisse. Bei ihm laufen also alle Fäden zusammen. Unser CTO Fabian ist der Mann fürs Knifflige. Überall dort, wo es um komplexe Formulierungen, Beschreibungen und Lösungen geht, denkt und tüftelt er sich hinein, bis er die beste umsetzbare Lösung gefunden hat. Erich verfügt als COO über ausgezeichnete Marktkenntnisse im Bereich ID-Cards, Secure Supply Chain und Produktauthentifizierung. Sein Interesse gilt der Verbesserung von Authentifizierungstechnologien und der Sicherheit im Allgemeinen.

Was war euer größter Erfolg bis jetzt?

sproof: Das war definitv unter die Top 10 beim S & B Sallinger Award zu kommen. Und wir haben unseren ersten Kunden, der Zeugnisse auch digital ausstellen wird!

Was ist euer Rat an andere Gründer*innen?

sproof: Macht bei so vielen Ausschreibungen und Awards mit wie möglich! Und macht eine Bedarfsanalyse, indem ihr Anfragen quer durch den Markt stellt. Uns hat außerdem die Ausarbeitung von Use Cases sehr geholfen. Gründer*innen sollten sich fokussieren können und Schritt für Schritt vorgehen: das schafft ein gut durchdachtes Zeitmanagement mit kurz- und mittelfristigen Perspektiven.

(Titelbild: © Brandi Redd on Unsplash | Video: © Robert Etter/WKS)

Interessiert an allem, was nicht der Norm entspricht, und ausgestattet mit einem gewaltigen Wissensdurst, ist sie für Startup Salzburg und die ITG – Innovationsservice für Salzburg auf der Jagd nach herausragenden Ideen und den Geschichten der Menschen dahinter. Als studierte Archäologin ist sie der Überzeugung, dass man Fortschritt und Innovation nicht aufhalten kann – als Kommunikationsprofi weiß sie, dass man darüber berichten muss.

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