Ein guter Businessplan hilft dir, strukturiert in die Selbstständigkeit zu starten und ist Voraussetzung für die Förderantragstellung. Auch Investor:innen kannst du damit mit ins Boot holen.

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Gesamtüberblick über das neue Unternehmen, mögliche Herausforderungen, Potenziale, benötigte Ressourcen und Co.: Der Businessplan ist ein schriftliches Konzept, in dem alle relevanten Bereiche eines Unternehmens festgehalten werden. „Beim Businessplan geht es in erster Linie um Struktur und darum, dass man jeder Person verständlich machen kann, was man mit seinem Unternehmen erreichen möchte“, erklärt Unternehmensberaterin und Digitalisierungsstrategin Martina Dickstein von 13PUNKT4, die uns viele Profi-Tipps für das Businessplanning verraten hat.

Tipps vom Profi Martina Dickstein. (Foto: Ludwig Seidl)

Wofür braucht man einen Businessplan?

Der Businessplan ist einerseits Entscheidungsgrundlage für die kontinuierliche Strategiearbeit an einem Unternehmen und liefert andererseits Banken, Investor:innen sowie Kooperationspartner:innen wichtige Informationen zum Geschäftsmodell und zur Finanzierung. Gleichzeitig kann er Gründer:innen dabei helfen, ihr Startup zu strukturieren und den Fokus zu behalten. Deswegen stellt ein Businessplan ein Rahmenwerk dar, dass nicht für die Ewigkeit in Stein gemeißelt ist, sondern regelmäßig evaluiert und weiterentwickelt gehört.

Aber wie oft sollte man das machen? „Eine konkrete Richtlinie gibt es nicht. Es ist ratsam, den Businessplan nach zwölf Monaten erstmals dahingehend zu prüfen, ob die ursprünglichen Annahmen, Zahlen und Ziele noch gelten. Der Businessplan ist ein lebendiges Arbeitstool, das man wie einen Kompass zur Orientierung verwenden kann. Daher empfiehlt es sich, den Businessplan in den ersten drei Jahren regelmäßig zu überprüfen und zu überarbeiten. So kann man veränderte Umwelt- und Umfeldbedingungen, die auf das Unternehmen Einfluss haben, in evaluierten Annahmen und Planwerten berücksichtigen und schafft eine solide Basis für die weitere Unternehmensentwicklung“, rät Martina Dickstein.

Der Aufbau

Diese Teile müssen in einem Businessplan enthalten sein. Alles in allem kann das fertige Dokument auch schon mal 20 bis 30 Seiten umfassen.

  • Executive Summary:

Hier erklärst du die wichtigsten Informationen zum Unternehmen und seinen Zielen kurz und knackig. Vergiss nicht auf den Wow-Effekt – es geht darum, Aufmerksamkeit zu erregen, denn das ist das Erste, was potenzielle Geldgeber:innen über dich und dein Unternehmen lesen.

Profi-Tipp: „Aller Anfang ist schwer, deswegen schreibe diesen Teil erst zum Schluss!“

  • Produkt beziehungsweise Dienstleistung:

Jetzt geht es darum, dein Produkt oder deine Dienstleistung vorzustellen. Vergiss nicht, klar darzulegen, welches Problem du damit löst, welchen Need du damit bedienst, welchen Nutzen deine Kund:innen davon haben, was dein Alleinstellungsmerkmal ist und welche Produkte die meiste Konkurrenz für dich sind.

  • Markt und Wettbewerb:

Für diesen Teil wirst du einiges an Recherche benötigen. Was ist dein Markt und wie groß ist er? Welche Trends sind erkennbar? Wer ist deine Zielgruppe? Wer sind deine Mitbewerber und wie kannst du dich von ihnen abheben? Welche Markteintrittsbarrieren kommen auf dich zu und wie kannst du sie überwinden? Welche Unternehmensziele hast du? Wie sehen Mission und Vision deines Unternehmens aus?

Jetzt weiterlesen: Marktrecherche leicht gemacht

  • Marketing und Vertrieb:

Preis, Produkt, Promotion und Platzierung: In diesem Teil des Businessplans beschreibst du, wie du die Elemente des klassischen Marketing-Mix einsetzen willst, um deine Zielgruppe zu erreichen. Hier gehört auch dazu, dass du dir den Ablauf der Customer Journey überlegst. Das Marketingbudget kommt dann in den Finanzplan weiter hinten hinein.

Die Customer Journey im Überblick. (Quelle: 13PUNKT4)

  • Unternehmen und Management:

Hier stellst du dein Unternehmen, dich und dein Team vor: Warum hast du diesen Firmennamen gewählt? Welche Rechtsform gründest du? Was ist der Unternehmensgegenstand? Wo ist dein Firmenstandort? Wer hat welche Kompetenzen in deinem Team? Wer sind deine externen Partner:innen? Auch wie deine Personalstrategie für den Fall eines raschen Wachstums aussieht, gehört hier herein. Du kannst hier auch eine SWOT-Analyse oder eine Stakeholder-Analyse einfügen.

So wird eine Stakeholder-Analyse aufgebaut. (Quelle: Lippold 2020)

Profi-Tipp: „Der Businessplan von Runtastic gilt immer noch als Vorzeigebeispiel der Startup-Szene. Die Gründer haben zum Beispiel ihre Fähigkeiten in einem übersichtlichen Profil dargestellt, wovon man sich viel abschauen kann.“

  • Finanzplan:

Jetzt geht es um die Kohle: Hier gehört alles herein, was sich ums liebe Geld dreht. Wie viel Geld brauchst du für Investitionen, Anfangs- und Gründungskosten? Mit welchen Finanzierungsarten stellst du dein Startup auf? Willst du Bootstrappen? Wie viele Eigenmittel setzt du ein, wie viel Fremdkapital? Hast du sonst noch andere Kapitalgeber, planst du eine Crowdfunding-Kampagne oder möchtest du dich über Förderungen finanzieren?

In der Kostenkalkulation führst du Fix- und Personalkosten sowie laufende Kosten auf. Auch der Unternehmer:innen-Lohn, also der Lohn, den du dir selbst auszahlst, fällt hier herein. Dann gehört hier noch die Planung der Gewinn- und Verlustrechnung (Plan-GuV-Rechnung) dazu.

  • Meilensteine:

Anhand der Meilensteine zeigst du, wie du deine Idee umsetzen willst. Meilensteine können zum Beispiel das offizielle Gründungsdatum, die Fertigstellung eines Prototypen, den Launch der Software am Markt oder auch, dass du zum Beispiel 1.000 Produkte bis Jahresende verkauft haben willst, sein.

Profi-Tipp: „Am besten erstellst du einen Projektplan, in dem du logisch strukturierst, wie die einzelnen Schritte, Verantwortungen und Fristen aussehen. Also wer macht was bis wann? Welches Ereignis ist besonders wichtig und gibt es Aufgaben, die nur erledigt werden können, wenn eine andere bereits vorher durchgeführt wurde?“

Welche Meilensteine möchtest du wann erreichen? (Foto: Natasha Hall on Unsplash)

  • Anhang:

In den Anhang gehören nun alle Unterlagen mit ergänzenden Informationen hinein. Das können sein: Angebote für geplante Investitionen, Grundrisse von Büros oder Geschäftslokalen, Lebensläufe, Zeugnisse oder auch Befähigungsnachweise der Gründer:innen, relevante Verträge wie Gesellschaftsvertrag oder Mietvertrag oder auch ein Umsetzungsplan, in dem die Meilensteine übersichtlich angeführt sind.

Tools und Plattformen

Auf www.i2b.at findest du allerlei Tipps und Tricks zum Thema Businessplan. Wenn du dich kostenlos registrierst, bekommst du Zugriff zu exklusivem E-Learning-Material und Vorlagen sowie zu Best Practice Businessplänen. Und außerdem kannst du dort online deinen eigenen Businessplan erstellen oder ihn als PDF hochladen und damit sogar an einem Businessplan Wettbewerb teilnehmen. Weitere, meist kostenpflichtige Tools zur Erstellung deines Businessplans sind zum Beispiel LaunchPlan, LivePlan oder auch Productboard.

Wenn du noch mehr über das Thema Businessplanning erfahren willst, dann schau dir doch das i2b-Handbuch zum Thema an!

 

(Titelbild: Daria Nepriakhi on Unsplash)

Veröffentlicht am 22. September 2021

Interessiert an allem, was nicht der Norm entspricht, und ausgestattet mit einem gewaltigen Wissensdurst, ist sie für Startup Salzburg und die ITG – Innovationsservice für Salzburg auf der Jagd nach herausragenden Ideen und den Geschichten der Menschen dahinter. Als studierte Archäologin ist sie der Überzeugung, dass man Fortschritt und Innovation nicht aufhalten kann – als Kommunikationsprofi weiß sie, dass man darüber berichten muss.

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