Pflicht oder Kür? Eine detaillierte SWOT-Analyse ist auf jeden Fall Ersteres und darf in keinem guten Businessplan fehlen. Wir zeigen dir, warum das Wissen um Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken deinem Startup Rückenwind verleiht und wie du Schritt für Schritt vorgehst.

How to

SWOT steht für Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats. Nach Analyse der vier Faktoren hast du ein klares Bild deines Unternehmens. Warum? Du bist vermutlich sehr euphorisch, dir des Potenzials deines Produkts sicher und brennst für deine Idee. Das ist auch gut so, keine Frage. Mit einer SWOT-Analyse wird jedoch aus einer idealistischen, möglicherweise leicht verklärten Sichtweise eine realistische. Sie rückt sozusagen den Blickwinkel zurecht. Weist dich frühzeitig auf mögliche Herausforderungen und Risiken hin. Und hilft dir dabei, dein Business am Markt zu positionieren, eine maßgeschneiderte Strategie zu entwickeln und Ressourcen richtig einzusetzen. Dadurch potenzieren sich deine Erfolgschancen ungemein.

SWOT-Analyse leicht gemacht

Nur wenn du den Ist-Zustand kennst, kannst du Projekte anstoßen und Maßnahmen ergreifen, die dein Startup voranbringen. Daher musst du erst einmal Markt und Umfeld analysieren und die entsprechenden Infos recherchieren. Gemeint sind externe Faktoren wie beispielsweise Kundenanforderungen und technologische Entwicklungen, gesellschaftliche Trends, politische und wirtschaftliche Entwicklung sowie gesetzliche Rahmenbedingungen.

Chancen:

  • Welche Möglichkeiten bieten sich am Markt?
  • Welche Zukunftschancen sind absehbar?
  • Welche Trends wirken begünstigend?
  • Welche Veränderungen im Umfeld können vorteilhaft sein?

Risiken:

  • Wo lauern externe Gefahren für das bisherige Geschäftsmodell?
  • Welche Entwicklung im Umfeld könnten sich ungünstig auf die Wettbewerbsfähigkeit deines Startups auswirken?
  • Welche Aktivitäten sind seitens der Mitbewerber*innen zu erwarten?

Außerdem gilt es, interne Faktoren zu benennen. Das sind jene, die du selbst beeinflussen kannst. Bei deinen individuellen Stärken darfst du dich austoben. Im Gegenzug musst du aber auch selbstkritisch sein und mögliche Schwächen genau unter die Lupe nehmen.

Stärken:

  • Worin ist dein Startup richtig gut?
  • Was zeichnet deine Geschäftsidee aus?
  • In welchen Bereichen gibt es keine Probleme?
  • Wo bist du besser als die Mitbewerber*innen?
  • Welche Dinge liefen in der Vergangenheit gut?
  • Worauf bist du stolz, was ist bereits geglückt?

Schwächen:

  • Worin ist dein Startup weniger gut?
  • Wo sind andere besser?
  • Was ist bisher schwergefallen?
  • Was fehlt dem Startup noch?
  • Wo treten immer wieder Probleme auf?
  • Hat die Geschäftsidee noch Optimierungspotenzial?

Last but not least: Die SWOT-Matrix

Du hast alle Informationen recherchiert und relevante Fakten aus der Unternehmens- und der Umfeldanalyse gesammelt? Super, dann setzt du jetzt Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken in Bezug zueinander und betrachtest ihre Wechselwirkung. Dazu erstellst du am besten eine SWOT-Matrix. Sie veranschaulicht sehr klar die verschiedenen Einflussfaktoren und hilft dir die nächsten Schritte zu visualisieren. Auf Basis der Auswertung kannst du geeignete Maßnahmen definieren und die passende Strategie für dein Geschäftsvorhaben eruieren.

Fehler, die es zu vermeiden gilt

Nobody is perfect und so passieren auch bei der SWOT-Analyse immer wieder Fehler. Wir verraten dir die 5 No-Gos:

  • Lückenhafte Recherche: Eines gleich vorweg, der Rechercheaufwand für die SWOT-Analyse kann umfangreich sein. Aber er lohnt sich, denn nur so können verlässliche Schlussfolgerungen gezogen werden.
  • Standardfloskeln verwenden: Du willst dich mit deinem Startup von anderen abgrenzen und deine Einzigartigkeit demonstrieren? Dann formuliere und gestalte auch die SWOT-Analyse möglichst individuell.
  • Nicht nur Stärken sind Chancen: Auch Schwächen bergen Chancen und beinhalten großes Potenzial, deine Geschäftsidee anzupassen oder zu verfeinern.
  • Falsche Verhältnisse: Benenne deutlich mehr Stärken und Chancen als Schwächen und Risiken. Ein Verhältnis von 3:1 wäre ideal.
  • Fehlender Austausch: Besprich dich auch mit Externen. Während du selbst möglicherweise den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr siehst, hat jemand anderer unter Umständen einen klareren und objektiveren Blick.

 

(Titelbild: jeshoots.com on Unsplash)

Veröffentlicht am 5. August 2020

Leidenschaftliche Texterin und begeisterte Salzburgerin. Mutige junge Unternehmer*innen mit coolen Ideen findet sie gut. Ihre Geschichten zu Papier zu bringen noch viel besser. Weil ein Startup – zwar ganz viel – aber eben nicht nur von den Menschen dahinter lebt, beleuchtet sie für Startup Salzburg auch das Drumherum und macht Wissenswertes zu Lesenswertem.

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