Das Salzburger Food-Startup von Cassandra Winter und Martin Jager ist stolzer Absolvent des Startup Salzburg Weekends und der Factory. Das war 2017/18. Der neueste Clou? Seit 1. August 2019 gibt’s die veganen Köstlichkeiten auf Linsenbasis auch österreichweit in jeder Rosenberger-Raststätte.

Startups

 

Das Startup easyVEGAN wurde im April 2017 gegründet und produziert rein pflanzliche Linsenprodukte exklusiv für die Gastronomie. Die Linsen werden zu Laibchen, Bällchen, Talern und Co. geformt und sind vielseitig einsetzbar. Die schmackhaften Produkte sind vegan, rein pflanzlich, laktose-, gluten- und palmölfrei sowie halal und koscher. So sind sie ein unkompliziertes Lebensmittel, das im Geschmack überzeugt und mehrere Gästegruppen anspricht. Seit Anfang August werden die einzigartigen Laibchen aus der Superfrucht Linse in allen 14 Rosenberger-Raststätten als Herzstück des neuen „Rosenburgers 2.0“ angeboten.

 

Wir konnten mit dem Gründer Martin Jager über die Kooperation mit Rosenberger, über den Aufbau von Vertriebsketten und über die easyVEGAN-Philosophie sprechen. Außerdem hat er uns im Interview verraten, wovon er und seine Partnerin Cassandra Winter in der Zusammenarbeit mit Startup Salzburg besonders profitiert haben.

 

Cassandra Winter und Martin Jager von easyVEGAN sind überzeugt von ihren Produkten. (Foto: © easyVEGAN)

 

Interview mit Martin Jager von easyVEGAN

 

Wie konntet ihr Rosenberger als Partner gewinnen?

 

Martin: Vor einem Jahr etwa haben wir den Kontakt zu Rosenberger hergestellt und unsere Infounterlagen gemailt. Mit dem Eigentühmerwechsel 2018/19 ist man dann auf uns zugekommen mit der Bitte um Verkostungsmuster. Das Rosenberger-Team hat für die Kreation ihres veganen Burgers alle am Markt befindlichen Produkte getestet. Deswegen freut es uns besonders, dass sie sich für uns entschieden haben. Das zeugt davon, dass wir ein tolles Produkt haben. Und das macht uns ordentlich stolz!

 

Wie baut man eine Vertriebskette auf?

 

Martin: Wir haben uns im Vorfeld, schon vor dem Markteintritt, viele Gedanken um die Supply Chain gemacht. Wir haben viele Zulieferer persönlich besucht und mit ihnen geklärt, ob sie mit uns mitwachsen können und welche Vorlaufzeiten wir potenziell miteinplanen müssen. Uns war von Anfang an bewusst, dass wir beim Weg der Ware zu den Kund*innen mit Profis zusammenarbeiten müssen. Schließlich wollen wir uns auf die Produktion konzentrieren. Deshalb haben wir derzeit die Gastrogroßhändler AGM österreichweit und Öller & Brandstätter für den Vertrieb in Salzburg, Oberösterreich und Südbayern mit an Bord.

 

Was müssen Gründer*innen und Startups bei Kooperationen beachten?

 

Martin: Seid selbstbewusst und geht nicht um jeden Preis Deals ein! Die Gründer*innen sollten sich ganz genau überlegen, was langfristig Sinn macht und was nicht. Auch wenn das bedeutet, dass ein Deal nichts wird.

 

Welche Unterstützung habt ihr von Startup Salzburg erfahren?

 

Martin: Wir haben beim Startup Service-Point des ITG – Innovationsservice für Salzburg besonders viele Infos, Beratung und Unterstützung erhalten. Das gesamte Team hat uns emotional unterstützt, indem es uns die Daumen gedrückt hat und mit uns mitgefiebert hat.

 

Ihr habt am Startup Salzburg Weekend 2017 teilgenommen. Wie ist es euch dabei gegangen?

 

Martin: Wir haben bei den Veranstaltungen von Startup Salzburg ein paar wegweisende Entscheidungen getroffen. So wurde uns zum Beispiel am Startup Salzburg Weekend 2017 durch die Diskussionen in der Gruppe, mit den anderen Startups, den Coaches und den Expert*innen klar, dass wir mit unserem Produkt den Weg in die Produktion für die Gastronomie einschlagen wollen. Ursprünglich hatten wir ja die Idee eines Franchise-Konzepts für unseren bestehenden Foodtruck „Vleischpflanzerl“. Wir hatten schon damals eine Burgerpattymaschine, die in der Stunde 2.000 Pattys produzieren kann. Beim Weekend wurde viel darüber diskutiert, ob wir Franchisegeber oder Produzenten sein wollen. Für uns war dann schnell klar, dass wir uns auf letzteres konzentrieren wollen. Damals hat meine Lebensgefährtin Cassandra unser Startup noch alleine gemacht. Dann bin ich eingestiegen und wir haben im April 2017 zu zweit gegründet. Unser Foodtruck ist noch im Einsatz und wird auch für Promotions verwendet.

 

2017/18 wart ihr dann auch in unserem Inkubationsprogramm Startup Salzburg Factory dabei. Was konntet ihr dort umsetzen?

 

Martin: Bei der Teilnahme an der Factory 2017/18 haben wir ganz konkret unsere Idee zum Geschäftsmodell weiterentwickelt bis hin zum proof of market. Parallel konnten wir bereits erste Kund*innen akquirieren.

 

Wie war die Zusammenarbeit mit eurem Mentor, den Coaches und den anderen Startups während der Factory?

 

Martin: Die Zusammenarbeit mit unseren Mentor Willi Pilz und dem Startup-Coach Werner Wutscher – die übrigens nach wie vor stattfindet – hat uns sehr geholfen. Die beiden verfügen über einen großen Erfahrungsschatz und durch sie konnten wir anfänglichen Stress und Panik hinter uns lassen. Als Startup Gründer*in fühlt man sich leicht von allem überwältigt, man muss sich plötzlich mit Dingen beschäftigen, an die man vorhin nie gedacht hat. Bei mir war das z. B. die rechtliche Komponente hinter der Gründung im Lebensmittelsektor. Unser Mentor und auch die Projektcoaches haben uns durch ihren neutralen Blick von außen immer wieder dabei geholfen, den Überblick zu bewahren, Prioritäten zu setzen und uns zu fokussieren. Auch tut es gut, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Man sieht, dass man nicht alleine ist und alle vor denselben Herausforderungen stehen.

 

Was habt ihr euch für die Zukunft von easyVEGAN vorgenommen?

 

Martin: Wir sind weiterhin in Kontakt mit potenziellen Kund*innen und Großhändler*innen und erweitern ständig unser Kooperationsnetzwerk. Dabei vertreten wir die österreichische Küchenphilosophie: unsere Produkte entstehen aus echten Zutaten in der Küche und sind keine „Pulverl“, die man im Labor zusammenmischt. Dabei schmecken sie gut, sie sind nahrhaft und gesund. Wir suchen laufend Partner*innen, die diese Philosophie vertreten.

 

(Titelbild: © Rosenberger)

Interessiert an allem, was nicht der Norm entspricht, und ausgestattet mit einem gewaltigen Wissensdurst, ist sie für Startup Salzburg und die ITG – Innovationsservice für Salzburg auf der Jagd nach herausragenden Ideen und den Geschichten der Menschen dahinter. Als studierte Archäologin ist sie der Überzeugung, dass man Fortschritt und Innovation nicht aufhalten kann – als Kommunikationsprofi weiß sie, dass man darüber berichten muss.

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