Die Geschichte von Startup Salzburg begann im September 2015 mit einem Gründungsevent an der FH Salzburg. Offiziell gestartet wurde dann im Jänner 2016 mit dem Launchevent in der Panzerhalle vor mehr als 400 Personen, dem ersten Community-Event für die noch kleine Startup-Szene in Salzburg.

Ecosystem

Oliver Wagner, Leiter von Startup Salzburg und dem Service-Point beim ITG – Innovationsservice für Salzburg, blickt auf die Anfangsjahre zurück: „Mit sieben Partnern sind wir angetreten, um bessere Startvoraussetzungen für Startups in Salzburg aufzubauen. Gemeinsam hatten wir das Ziel, mit neuen Service-Programmen den Sprung ins Unternehmertum zu erleichtern und mit einem frischen Wind  das Startup-Ökosystem in der Region anzufachen. Die Kompetenzen und Ressourcen der Partner machten eine Startup-Hilfe für Gründer:innen möglich und den Gründerspirit anzufeuern.“ In dieser Zeit hat man viele neue Startup-Formate nach Salzburg gebracht, wie zum Beispiel Hackathons oder Innovation Days. Auch das Startup Salzburg Weekend, ein 48-stündiges Kompaktformat, indem in Teams, unterstützt von Expert:innen und Mentor:innen, an innovativen Ideen gearbeitet wird, wurde 2016 erstmals durchgeführt.

Die Partner von Startup Salzburg mit Vortragenden beim Startup Salzburg Neujahrs-Event in der Panzerhalle im Jänner 2016. Keynote: Investorin Marie-Hélène Ametsreiter (links, sitzend). (Foto: Christian Streili)

Kollaboration als Schlüssel

Anfang Mai 2021 ging das sechste Weekend über die Bühne – zum ersten Mal im Hybridformat und zum ersten Mal mit so vielen Teilnehmer:innen wie nie zuvor: über 100 Personen haben sich ein Wochenende lang tatkräftig beteiligt, die Hälfte davon als reguläre Teilnehmer:innen, die in 22 Teams an Startup-Ideen gefeilt haben. Ihnen standen rund 50 Expert:innen und Mentor:innen aus den verschiedensten Bereichen, etwa aus Marketing, Förderungen, Produktmanagement, Digitalisierung und Co., zur Seite. Zahlreiche Kooperationspartner haben ihre Räumlichkeiten oder ihr Netzwerk zur Verfügung gestellt. Neu war auch die Kräftebündelung mit ganz jungen Initiativen am Standort – nämlich mit EdTech Austria. Für Ideen, die sich um Bildungstechnologien drehen, standen beim Weekend eigene Expert:innen zur Seite.

Einer für alle, alle für einen

In den fünf Jahren Startup Salzburg wurden viele Innovationsformate ausprobiert und auch die eigenen Services geschärft, so dass heute ein vielfältiger Mix gezielte Unterstützung für innovative Gründer:innen vor Ort bietet. Alle Leistungen werden aus der Zusammenarbeit von vier Service-Points heraus angeboten, unterstützt vom Land Salzburg: ITG – Innovationsservice für Salzburg (Leitung), Wirtschaftskammer Salzburg, FHStartup Center der FH Salzburg und PLUS Career & Startup Center der Universität Salzburg. Gemeinsam bieten sie individuelle Beratung und bedarfsorientiertes, mehrmonatiges Coaching und Training in zwei Gründungsprogrammen sowie Zugang zu Mentor:innen aus Wirtschaft und Forschung. „Eine offene Feedback- und kollaborative Arbeitskultur ist für uns der Schlüssel. Mit den vier Service-Points haben wir die Möglichkeit, Startups in unterschiedlichen Bereichen aufzuspüren und zu identifizieren. Gemeinsam stehen wir innovativen Gründer:innen bereits in der frühen Phase der Geschäftsentwicklung partnerschaftlich zur Seite“, sagt Oliver Wagner über die Kooperation im Netzwerkinkubator. Neben den Service-Points sind es auch die Partnerorganisationen der ersten Stunde wie Coworking Salzburg, die Paracelsus Medizinische Privatuniversität und das Techno-Z  sowie viele Mentetor:innen, Expert:innen, Unternehmen und Organisationen, die sich mit großer Motivation für Startups engagieren.

Die dynamische Community kommt beim Weekend zusammen. Das Kompaktformat fand 2019 das letzte Mal in Präsenz statt. 2020 wurde es rein online durchgeführt, 2021 im Hybrid-Format. (Foto: Der Pasquali)

Die Services von Startup Salzburg sind vielseitig und werden kontinuierlich an die Bedürfnisse in der Region angepasst. Für alle Gründungsinteressierten, die Orientierung und Unterstützung suchen, gibt es seit letztem Jahr drei Sparten: CHECK sind Beratungsgespräche, bei denen Ideen analysiert werden; Das (Vor-)Gründungsprogramm SHAPE unterstützt bei der Entwicklung eines marktfähigen Geschäftsmodells und dauert rund vier Monate; Die FACTORY ist das hauseigene Inkubationsprogramm und macht die teilnehmenden Startups in neun Monaten fit für den Markteintritt.

Ergänzt werden diese Angebote durch drei Entrepreneurshipformate, die das Leistungsspektrum von Startup Salzburg abrunden: Das Weiterbildungsprogramm Entrepreneurship ABC bietet praxisbezogenes Wissen rund um das Unternehmertum zu Themen wie Ideation & Design Thinking, Business Modelling oder Gründungsformalitäten und findet monatlich statt; Bei den Werkstatt-Formaten, wie dem Weekend, „werkeln“ die Gründer:innen gemeinsam an Geschäftskonzepten; Und bei den Networking-Events stehen gegenseitiger Austausch und Feedback im Vordergrund. Dazu zählen der Demo Day oder das Gründergrillen.

Auf zu neuen Wegen

Was steht in naher Zukunft bei Startup Salzburg an? Kürzlich wurden 16 Startups in das (Vor-)Gründungsprogramm SHAPE aufgenommen. Für sie heißt es den Sommer über einen Prototypen entwickeln, den Proof of Concept erreichen, einen Businessplan und mehr erstellen. Im Herbst soll mit dem Scientrepreneur Compact erstmals ein eigenes Kompaktformat für forschungs- und technologieorientierte Gründungen durchgeführt werden. Wissenschafter:innen, Forscher:innen und Doktorand:innen lernen dort, wie sie ihre Forschungsergebnisse und Technologien auf den Markt bringen und entwickeln erste Kommerzialisierungsideen. Ebenso soll die FACTORY im Herbst in die sechste Runde gehen.

Auf altbekannte Formate, die einen Fixstern im Eventkalender darstellen, wie Homecoming Startups oder Demo Day, wird man in den kommenden Monaten ebenso nicht verzichten müssen. 2023 soll dann die Pioniergarage eröffnen, die von der ITG betrieben wird und mit finanzieller Unterstützung der FFG, des Landes Salzburg und der Wirtschaftskammer kofinanziert wird. Dort wird auch der zugehörige Service-Point einziehen und innovative Gründer:innen profitieren von den auf sie zugeschnittenen Angeboten wie Prototyping-Infrastruktur samt Maker Space, einer Arbeitsumgebung für Startups, die vom Netzwerkinkubator betreut werden, und vom Austausch mit Unternehmen und interessierten Personen.

Diese Beispiele stehen exemplarisch für die vielen weiteren hier nicht genannten Initiativen, Programme und Events von Startup Salzburg. Sie zeigen, dass das, was vor fünf Jahren als eine trockene Startup-Wüste begann, durch kontinuierliches wässern, düngen und bepflanzen zu einem blühenden Innovations-Ökosystem geworden ist, das seinesgleichen sucht. Wir sind gespannt, was die nächsten Jahre bringen werden.

Das Startup Salzburg Team 2021: v.l.n.r.: Ernst Novak, Alissa Gallist (vorne), Natasa Deutinger, Anna Fierlinger, Michel Doblhofer, Lorenz Maschke (vorne), Karin Raab-Örtel, Oliver Wagner und Svenja Eschlböck. (Foto: Bernd Suppan)

(Titelbild: Bernd Suppan)

(Der Originalbeitrag ist am 9.7.2021 in der EntrepreNews 8 erschienen.)

Veröffentlicht am 14. Juli 2021

Interessiert an allem, was nicht der Norm entspricht, und ausgestattet mit einem gewaltigen Wissensdurst, ist sie für Startup Salzburg und die ITG – Innovationsservice für Salzburg auf der Jagd nach herausragenden Ideen und den Geschichten der Menschen dahinter. Als studierte Archäologin ist sie der Überzeugung, dass man Fortschritt und Innovation nicht aufhalten kann – als Kommunikationsprofi weiß sie, dass man darüber berichten muss.

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